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23.06.2004
BRÜSSEL. Der Datenschutz von Privatpersonen in der EU wird immer
schwieriger. Die Erosion der Privatsphäre verläuft auf mehreren Ebenen.
Die USA erzwingen die Weitergabe von Passagierdaten bei Flügen über den
Atlantik, die EU-Mitgliedsländer wollen biometrische Daten in Pässe
integrieren und die Daten zentral speichern. Telefon- und E-Mail-Verkehr
werden ebenfalls verstärkt gespeichert.
Für Datenschützer sind harte Zeiten angebrochen, sagte gestern in
Brüssel Peter Schaar, Vorsitzender der Datenschutzbeauftragten in der
EU.
Er empfiehlt etwa den Fluglinien ganz offen, möglichst wenig Daten zu
sammeln. Außerdem verlangt Schaar, dass alle Airlines ihre Kunden vor
dem Ticketkauf klar darauf hinweisen, welche Informationen an die
US-Behörden weitergegeben werden.
Die Datenschützer sind dagegen, dass E-Mail-Adressen oder
Kreditkartennummern weitergegeben werden. Denn wenn diese in den USA
registriert werden, dann habe die US-Administration die Möglichkeit,
alle Bewegungen offen legen zu lassen und so einen tiefen Einblick in
das Leben des Betroffenen zu nehmen.
Ein anderes großes Problem ist das Speichern von Telefongesprächen und
E-Mails. Sorge bereitet in diesem Zusammenhang das vom
Internet-Suchspezialisten Google geplante "G-Mail". Es sieht vor, dass
E-Mails gespeichert werden und für die Platzierung von
Werbeeinblendungen nach Schlüsselbegriffen durchsucht werden können.
Schaar: "Dass E-Mails lange gespeichert und systematisch durchsucht
werden können, ist für uns sehr bedenklich." Google hat auf diese
Bedenken bereits reagiert und eine erneute Überprüfung von "G-Mail" auf
Datensicherheit angekündigt.
Die Haare stellen sich den Datenschutzexperten auch bei der geplanten
Einführung von biometrischen Daten in den Pässen auf.
Grundsätzlich sind die Datenschützer nicht dagegen, so Schaar, solange
diese Daten nur in den Pässen gespeichert sind und nur zur Bestätigung
der Identität dienen.
"Sollten diese biometrischen Daten aber in einer zentralen Datenbank
gespeichert werden, sind wir strikt dagegen," so Schaar.
Nachrichten vom 24.06.2004
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